Kurz gesagt
Ob ChatGPT dein Unternehmen kennt, prüfst du in fünf Minuten: zwei Fragen in einem neuen, temporären Chat – eine mit deinem Namen, eine ohne, so wie eine Kundin fragen würde. Mein Test in ChatGPT, Gemini, Perplexity und Copilot: Mit Namen kannten mich alle vier, aber jedes Tool hat Veraltetes über mich wiederholt. Ohne Namen hat mich keines empfohlen. KI-Tools nennen nur, was sie im Netz eindeutig und aktuell über dich finden – dafür sorgen vier Schritte, egal ob du regional, online oder mit einem Shop arbeitest.
Letzte Woche habe ich dir gezeigt, wo neue Kunden heute suchen: in der Google-Suche, im Google-Unternehmensprofil und immer öfter in KI-Tools. Und ich habe dir einen Check mitgegeben: Frag die KI, was sie über dich weiß.
Bei Google habe ich das schon ausprobiert. Auf die Suche „Digital Growth Partner Oberösterreich“ nennt Googles KI-Antwort andere Anbieter – meine Website erscheint nur als zweite Quellenkarte darunter. Und dort steht ein Satz über mich, den ich so gar nicht mehr sagen würde: Er stammt aus einer alten Beschreibung meiner Startseite.
Diese Woche habe ich vier KI-Tools dieselben zwei Fragen gestellt. Hier siehst du das Ergebnis, warum es so ausfällt und welche vier Schritte für jeden kleinen Betrieb funktionieren – egal, ob du allein arbeitest oder mit einem kleinen Team.
GEO und AEO: zwei Arten von KI-Suche
AEO steht für die KI-Antworten innerhalb der Google-Suche, also die Übersicht mit KI und den KI-Modus. Dafür sagt Google selbst: Es braucht keine spezielle Optimierung, es gelten die bekannten SEO-Grundlagen.
GEO meint eigenständige KI-Tools wie ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Copilot. Hier geht es darum, ob du in deren Antworten genannt und verlinkt wirst. Jedes dieser Tools hat eigene Quellen, und genau deshalb lohnt sich ein Test über mehrere Tools hinweg.
Warum das für einen kleinen Betrieb in Oberösterreich überhaupt zählt? Laut Statistik Austria haben 2025 bereits 39 % der 16- bis 74-Jährigen in Österreich generative KI genutzt, ein Jahr davor waren es 28 %. Ein Teil davon fragt heute ChatGPT, wo er früher gegoogelt hätte.
Mein Test: Kennt ChatGPT mein Unternehmen?
So habe ich getestet
Ich habe am 12. Oktober 2026 vier KI-Tools jeweils dieselben zwei Fragen gestellt: ChatGPT, Gemini, Perplexity und Copilot. Für jede Frage habe ich einen neuen, temporären Chat geöffnet, damit kein früheres Gespräch und keine gespeicherte Erinnerung die Antwort beeinflusst. Alle vier Tools haben dabei im Netz gesucht und ihre Quellen angegeben.
- Frage 1 – mit meinem Namen: „Was weißt du über Niki Németh, Digital Growth Partner aus Reichraming?“
- Frage 2 – ohne Namen, so wie eine Kundin fragen würde: „Ich suche jemanden, der mir hilft, dass Anfragen über meine Website nicht mehr versanden – ich will das nicht selbst aufsetzen. Kannst du mir konkrete Anbieter:innen in Österreich nennen, mit Name und Website?“
Die erste Frage zeigt, ob mich ein Tool kennt. Die zweite ist wichtiger: Würde mich jemand finden, der meinen Namen noch nie gehört hat?
Wie du die zweite Frage für deinen Betrieb formulierst, hängt davon ab, wie deine Kund:innen suchen. Frag so, wie sie fragen würden:
- Du arbeitest regional (Handwerk, Praxis, Studio, Dienstleistung vor Ort): Leistung plus Ort – „Wer macht in Steyr Fußpflege mit Hausbesuch?“
- Du arbeitest online oder im ganzen DACH-Raum (Beratung, Coaching, Design): Problem plus Zielgruppe – „Wer hilft Therapeut:innen, ihre Terminvergabe zu automatisieren?“
- Du hast einen Webshop: Produkt plus Eigenschaft – „Wo bekomme ich nachhaltige Holzspielsachen für Kleinkinder?“
Das Ergebnis
| Tool | Frage 1: Kennt es mich? | Stimmt, was es sagt? | Frage 2: Werde ich genannt? | Quelle verlinkt? |
|---|---|---|---|---|
| ChatGPT | ja | großteils – nennt aber veraltete Angebote („Strategy Sprint“, „System Build“) | nein | nikinemeth.com |
| Gemini | ja | großteils – nennt veraltete KMU.DIGITAL-Förderung und „Solo-Selbstständige“ | nein | nikinemeth.com |
| Perplexity | ja, aber nur über LinkedIn | veraltet: früherer Firmenname nndesign.studio, alte Positionierung | nein | nur LinkedIn |
| Copilot | ja | großteils, inkl. Impressum – übernimmt alte Beschreibung „Solo-Selbstständige“ | nein | nikinemeth.com |




Was mich überrascht hat
Die zweite Frage habe ich in drei Anläufen gestellt – und jeder Anlauf hat etwas anderes gezeigt.
- Allgemein gefragt, kommen Institutionen. Meine erste Fassung lautete sinngemäß „Wer hilft kleinen Betrieben in Oberösterreich, Abläufe zu automatisieren?“. Die Antworten: Kammer- und Förderseiten. So formuliert fragt aber keine Kundin.
- Nach dem Problem gefragt, löst die KI es selbst. Als ich mein Problem beschrieben habe, kamen Tipps und Tools – aber keine Menschen, die helfen könnten.
- Ausdrücklich nach Anbieter:innen gefragt, kommen andere. Erst mit „Kannst du mir konkrete Anbieter:innen nennen, mit Name und Website?“ wurden Namen genannt. Meiner war in keinem der vier Tools dabei. Die meisten Empfehlungen kamen aus Wien.
Bei der ersten Frage war das Bild freundlicher: Alle vier Tools kannten mich. ChatGPT, Gemini und Copilot haben sich dabei auf meine Website gestützt, Perplexity nur auf mein altes LinkedIn-Profil. Aber jedes Tool hat auch etwas wiederholt, das nicht mehr stimmt – Angebote, die ich umbenannt habe, eine Förderung, die ich nicht mehr bewerbe, eine Zielgruppen-Beschreibung, die zu eng ist, und meinen früheren Firmennamen.
Die KI erfindet nichts über mich. Sie wiederholt, was irgendwo im Netz noch steht – auch das, was ich längst geändert habe.
Bei Google war es übrigens genauso: Dort stand meine alte Startseiten-Beschreibung in der KI-Antwort. Und die Bezeichnung „Digital Growth Partner“ allein macht mich nicht eindeutig, weil sie in Oberösterreich auch andere verwenden. Eindeutig werde ich erst durch die Kombination aus Name, Ort und Website.
Warum jede KI etwas anderes antwortet
Die vier Tools holen ihre Informationen aus unterschiedlichen Quellen. Was die Anbieter selbst dazu dokumentieren:
- ChatGPT: Laut OpenAI arbeitet die Suche in ChatGPT teilweise mit externen Suchanbietern zusammen. Deine Frage wird dafür in eine oder mehrere gezielte Suchanfragen umgeschrieben. Für lokale Informationen wie Firmeneinträge in der Nähe kann ChatGPT deinen ungefähren Standort an solche Anbieter weitergeben. Zusätzlich durchsucht OpenAI das Netz mit einem eigenen Crawler namens OAI-SearchBot.
- Copilot: Microsoft schreibt in seinen Richtlinien für Webmaster, dass die Suche in Bing und in Copilot auf demselben Fundament aus Crawling, Indexierung und Ranking beruht. Wer nicht im Bing-Index ist, hat bei Copilot schlechte Karten.
- Perplexity: Der Crawler PerplexityBot ist laut Perplexity dafür da, Websites in den Suchergebnissen von Perplexity anzuzeigen und zu verlinken. Perplexity empfiehlt ausdrücklich, ihn in der robots.txt zuzulassen.
- Gemini: Gemini gehört zu Google. Mit der Funktion „Antwort überprüfen“ gleicht Gemini seine Aussagen mit der Google-Suche ab.
Ob ein Tool im Netz sucht oder nur aus seinem Trainingswissen antwortet, hängt außerdem von Frage und Einstellungen ab. Notier deshalb bei jedem Test, ob die Websuche aktiv war.
Dass bei mir vor allem Wiener Anbieter:innen genannt wurden, passt dazu: Über sie gibt es offenbar mehr eindeutige Informationen im Netz – Websites, Einträge, Erwähnungen. Die KI empfiehlt nicht die Besten, sondern die, über die sie am meisten Eindeutiges findet.
Für dich heißt das: Es gibt nicht den einen Hebel für „die KI“. Es gibt ein Fundament, auf das alle vier Wege zugreifen.
4 Schritte, damit ChatGPT dein Unternehmen kennt
Diese vier Schritte gelten für ChatGPT genauso wie für die anderen Tools. Sie kosten kein Werbebudget, nur etwas Zeit.
1. Lass die Crawler auf deine Website
Jede Website hat eine Datei namens robots.txt, in der steht, welche Crawler was lesen dürfen. Wer dort OAI-SearchBot sperrt, taucht laut OpenAI nicht in den Suchantworten von ChatGPT auf. Dasselbe Prinzip gilt für PerplexityBot und für die Crawler von Google und Bing. Manche Sicherheits- oder Cookie-Plugins sperren KI-Crawler übrigens, ohne dass du es weißt.
2. Sag auf deiner Website klar, wer du bist und was du anbietest
KI-Tools wiederholen, was sie finden. Nenne auf Startseite, Über-mich-Seite und Leistungs- oder Produktseiten ausdrücklich: deinen Namen, was du machst oder verkaufst und für wen. Arbeitest du regional, gehört auch der Ort dazu. Hast du einen Shop, beschreib deine Produkte mit eigenen Worten – mit Material, Einsatzzweck und dem, was sie besonders macht –, statt nur Herstellertexte zu übernehmen. Und prüfe die Kurzbeschreibung deiner Seiten, die Google anzeigt: Bei mir hat die KI genau so einen alten Satz übernommen.
3. Komm in beide großen Indizes
Mit der Google Search Console siehst du, ob Google deine Seiten kennt. Weil Copilot auf Bing aufbaut, gehört die kostenlose Bing Webmaster Tools genauso dazu. Bing bietet an, eine bestehende Website direkt aus der Search Console zu übernehmen; das dauert ein paar Minuten.
4. Halte deinen Daten-Block überall gleich – und lass andere über dich schreiben
Name, Bezeichnung, Firmensitz und Website sollten auf deiner Website, im Google-Profil, im WKO Firmen A–Z, auf LinkedIn und in anderen Verzeichnissen exakt gleich sein. Dazu kommen Erwähnungen durch andere: ein Netzwerk oder Verband, ein Zeitungsartikel, ein Fachblog, eine Kundin, die dich verlinkt, oder Bewertungen deines Shops. Je mehr unabhängige Quellen dasselbe über dich sagen, desto eher traut ein KI-Tool dieser Aussage.
Ein digitales System, das für dich arbeitet. Nicht umgekehrt.
Was schnell wirkt und was dauert
Ehrlich gesagt: Über Nacht ändert sich die Antwort von ChatGPT nicht.
Für die mittlere Phase gibt es eine offizielle Orientierung: Google schreibt, dass es bei den meisten Websites einige Tage dauert, bis neue Seiten bemerkt werden – und dass mehrfaches Anfordern das Crawling nicht beschleunigt.
Was ich jetzt bei mir ändere
Ich teste das alles zuerst an meinem eigenen Betrieb, bevor ich es anderen empfehle. Ich baue gerade das System auf, das ich selbst jahrelang gebraucht hätte. Konkret steht auf meiner Liste für Oktober:
- meinen Daten-Block festlegen und überall gleich verwenden: „Niki Németh · Digital Growth Partner · Reichraming, Oberösterreich · nikinemeth.com“
- mein Google-Unternehmensprofil überarbeiten, damit es zum Daten-Block passt
- die Kurzbeschreibung meiner Startseite an meine heutige Zielgruppe anpassen
- Bing Webmaster Tools einrichten und meine Seiten dort einreichen
- strukturierte Daten zu meiner Person und meinem Betrieb ergänzen
- meine Website nach veralteten Angaben durchsuchen – alte Angebotsnamen, Förderhinweise – und sie entfernen
- mein LinkedIn-Profil auf den heutigen Stand bringen, damit auch Perplexity das aktuelle Bild findet
- WKO Firmen A–Z und weitere Verzeichnisse vereinheitlichen
Dahinter steckt das SSA-Prinzip, nach dem ich arbeite: Strategie → System → Audit. Dieser Test ist mein Audit – die Ausgangslage. Am 31. Oktober stelle ich dieselben zwei Fragen in denselben vier Tools noch einmal und zeige dir, was sich verändert hat. Und was nicht.
Häufige Fragen
Kennt ChatGPT mein Unternehmen?
Das findest du in fünf Minuten heraus: Öffne einen neuen, temporären Chat und frag einmal mit deinem Firmennamen und einmal ohne Namen – so, wie eine Kundin fragen würde: nach Leistung und Ort, nach einem Problem oder nach einem Produkt. Die erste Antwort zeigt, ob ChatGPT dich kennt, die zweite, ob es dich empfehlen würde. Notier Datum und ob die Websuche aktiv war.
Woher hat ChatGPT seine Informationen über Firmen?
Laut OpenAI nutzt die Suche in ChatGPT teilweise externe Suchanbieter und einen eigenen Crawler namens OAI-SearchBot. Ohne Websuche antwortet ChatGPT aus dem, was es beim Training gelernt hat. In beiden Fällen kann es nur wiedergeben, was im Netz über deinen Betrieb steht.
Warum sagt jede KI etwas anderes über meinen Betrieb?
Weil die Tools unterschiedliche Quellen nutzen: Copilot baut laut Microsoft auf dem Bing-Index auf, Gemini gehört zu Google, Perplexity und ChatGPT haben eigene Crawler. Je nachdem, wo deine Informationen stehen und wie aktuell sie sind, fallen die Antworten unterschiedlich aus.
GEO oder SEO – was brauche ich als kleiner Betrieb?
Beides beruht auf demselben Fundament, deshalb musst du dich nicht entscheiden. SEO sorgt dafür, dass dich Google findet, und für die KI-Antworten in der Google-Suche gelten laut Google dieselben Grundlagen. GEO ergänzt das um die eigenständigen KI-Tools: Crawler zulassen, klare Aussagen, gleiche Daten, Erwähnungen durch andere.
Wie kann ich meine Firma bei ChatGPT sichtbar machen?
- OAI-SearchBot in der robots.txt nicht sperren
- auf der Website klar sagen, wer du bist, was du machst oder verkaufst und für wen
- die Website bei Google und Bing indexieren lassen
- überall denselben Daten-Block verwenden und Erwähnungen durch andere sammeln
Wie lange dauert es, bis sich KI-Antworten über mich ändern?
Änderungen an der eigenen Website kannst du sofort machen. Bis Suchmaschinen sie erfasst haben, vergehen laut Google bei den meisten Websites einige Tage. Bis sich die Antworten von KI-Tools spürbar ändern, solltest du mit Wochen rechnen. Deshalb lohnt sich ein datierter Vorher-Nachher-Test.
Wie sichtbar ist dein Betrieb – für Google und für die KI?
Der Digital-Check zeigt dir in fünf Minuten, welcher Bereich deinen Betrieb gerade am stärksten bremst: Sichtbarkeit & Anfragen, System & Automatisierung, KI im eigenen Business oder Angebot & Positionierung. Deine Zahl siehst du sofort, die konkreten nächsten Schritte bekommst du per Mail.
Kostenlos · kein Verkaufsgespräch danach · deine Zahl siehst du sofort
Quellen
- Statistik Austria — Künstliche Intelligenz – Nutzung und Einstellung in Österreich 2025, Zwischenbericht
- Google Search Central — KI-Funktionen und deine Website
- Google Search Central — Fehler beim Crawlen durch die Google Suche beheben
- Google Search Central — Google um erneutes Crawlen deiner URLs bitten
- OpenAI Help Center — ChatGPT Search
- OpenAI — Overview of OpenAI Crawlers
- Microsoft Bing — Bing Webmaster Guidelines
- Perplexity — Perplexity Crawlers
- Google Gemini-Hilfe — Antworten von Gemini überprüfen
Stand: Oktober 2026. KI-Tools ändern ihre Funktionen laufend – prüf die Angaben bei Bedarf direkt in den verlinkten Hilfeseiten.

